Mispel (Mespilus germanica)
Die Mispel gehört genauso wie Quitten, Sanddorn oder Schlehen zu der Familie der Rosengewächse. Im einigen Teilen Deutschlands nennt man sie auch " Hundsärsch". Im Luxemburgischen sagen wir Hondsaasch. Sobald die ersten Obstbäume ihre Blätter abwerfen, färben sich die grüngelben Früchte der Pflanze rotbraun. Die offenen Kelche mit fünf vertrockneten, kronenartigen Kelchzipfeln drehen sich der Sonne zu und erinnerten wohl wegen ihrer Form an sogenannte "Hundsärsche".
Damit die Mispel uns jedoch leckere Früchte beschert, braucht es ein wenig Frost. Davor sind sie ungenießbar, da die Gerbsäure noch nicht abgebaut ist. Erst Frost macht die Früchte weich und genießbar. Der Geschmack der reifen Früchte erinnert an eine Mischung von Birne und Feigen. Die Schale wird vor dem Verzehr abgezogen.
Die Blütezeit der Mispel liegt im Mai-Juni. Im Herbst verschönern ihre Früchte Haus und Garten. Der Mispelbaum kann bis zu sechs Meter hoch werden. Die anspruchslosen Bäume mögen vor allem sonnige, trockene Böden. Mit der Mistel hat die Mispel nichts zu tun. Wohl aber mit Apfel, Birne und Kirsche, da diese Obstsorten ebenfalls zu den Rosengewächsen zählen. Aus den leckeren Früchten lassen sich köstliche Marmeladen, Gelees, Säfte oder Liköre herstellen. In der Frucht der Mispel steckt jede Menge Vitamin C. Schade eigentlich, dass diese Wildfrüchte in Vergessenheit geraten sind. Vielleicht sollten wir uns dieses Wissen um die Kostbarkeiten der Natur wieder aneignen.
Text und Foto: Anita Schweig-Bourg