Lichter des Frühlings - Narzissen

Die Narzissen (Narcissus), Abréilsblumm, Jousepsblumm, Mäerzblumm, Narziss, Stäreblumm oder Ouschterblumm ist eine Gattung der Familie der Amaryllisgewächse. Dottergelb und blütenweiß verzaubern uns die Osterglocken im Frühling. Sie inspirierten Dichter und treiben den Gärten den Winter aus.

Es gibt Wildformen wie Poeticus-, Reifrock-, Jonquillen-, Cylanmineus und Triandrus Narzissen sowie die Zuchtformen Tazetten-, Trompeten-, gefülltsblühnende-, großkronige und kleinkronige Narzissen. Ihre Heimat liegt in Südwesteuropa und Nordwestafrika. Einige Arten kommen jedoch auch im Küstengebiet des östlichen Mittelmeeres vor. Schön wie Elfenbein ist die Dichternarzisse (Narcissus poeticus "Actaea). Narzissen werden nicht wie Tulpen von Wühlmäusen gefressen. Um die Wurzeln der Obstbäume vor den Nagern zu schützen, pflanzt man oftmals Narzissen um die Baumscheibe. Im Frühjahr gibt die Zwiebel ihre Nährstoffe an Trieb, Blätter und Blüten ab. Lassen Sie das Laub bis zum Vergilben stehen. Narzissenwiesen sollten frühestens acht Wochen nach der Blüte gemäht werden, um die Blühwilligkeit der Zwiebeln zu erhalten.

Die Isles of Scilly vor der Küste Cornwalls sind sehr berühmt für ihre Narzissen. Hier wachsen Millionen von Narzisssen, begünstigt durch den warmen Golfstrom, von September bis April.

Narzissen sollten nicht sofort mit anderen Blumen in die Vase gestellt werden, da sie einen Wirkstoff besitzen, der andere Blumen im gleichen Gefäß zum schnelleren Welken bringt. Deshalb zuerst die Narzissen einzeln ins Wasser stellen.

Text und Foto: Anita Schweig-Bourg




Der Duft der Narzissen
Ist herb im Grund und dennoch zart
Wenn er mit Erdgeruch gepaart,
Vom lauen Mittagswind gefasst,
Durchs Fenster kommt als stiller Gast.

Ich habe drüber nachgedacht
Das ist ´s was ihn so köstlich macht
Dass er der Erstling jedes Jahr
Im Garten meiner Mutter war.

Hermann Hesse (1877-1962)