Winterimpressionen
Winterzauber


Es gibt tatsächlich Pflanzen, die in der Winterkälte ihre volle Blütenpracht entfalten. Eine davon ist die Zaubernuß (Hamamelis mollis). Egal ob nun Schneeflocken vom Himmel tanzen oder nicht, sie lässt sich nicht einschüchtern von der klirrenden Kälte, und irgendwann Ende Januar stehe ich im Garten und mein Gärtnerinnenherz schlägt höher beim Anblick der zarten Fusselblüten. Die Blüten vertragen sogar eine Kälte bis - 10C°. Meint es Väterchen Frost besonders schlecht, so rollt die Zaubernuß einfach ihre Blättchen ein - um sich, sobald es die Witterung wieder zulässt, auszurollen. Einige Male kann die Pflanze dieses Schauspiel wiederholen, ehe sie tatsächlich Schaden nimmt.

Von Hamamelis virginiana, der amerikanischen Schwester unserer geliebten H. mollis, gewinnt man aus den Blättern und der Rinde Salben und Tinkturen. Weiße Siedler Amerikas sollen sich sogar aus den Zweigen von Hamamelis Wünschelruten geschnitten haben, um Wasser und sogar Gold zu finden.

Ein blühendes Zweiglein der verführerisch duftenden Hamamelis macht sich wunderbar in der Vase. Am besten pflanzt man das blühende Winterwunder nahe an Wegen und Plätzen, wo man sie im Winter gut erreichen kann. Oder man pflanzt sie so, dass man sie gemütlich vom warmen Zimmer aus bewundern kann. Dunkle, immergrüne Hintergründe lassen die gelben oder roten Blüten besonders hübsch hervortreten. Die Zaubernüsse wecken sogar ein klein wenig Frühlingsgefühle in uns.

Zaubernüsse erhält man in Baumschulen und Gartencentern. Doch vielleicht sollten Sie vorher einen Besuch ins belgische Arboretum in Kalmthout planen. Dort kann man nämlich die größte Hamamelis-Sammlung der Welt bestaunen.

Text und Fotos: Anita Schweig-Bourg